30
Jan

99 Tage wofür?

categories Politik    

für eine Analyse ist es sicher noch zu früh….

aber fragen darf man schon wozu für dieses Verhandlungsergebniss bei dem

99 Tage verhandelt werden musste. Dass Ergebniss hätte man doch am 2.
Oktober geschenkt haben können. Wenn durchgedrungen wäre, dass das
Schüssel – in der Phase als er noch das überhaupt miteinander reden als
entgegenkommen bezeichnet hat – vorgeschlagen hat, wäre das
berechtigterweise als Provokation aufgefasst worden.

Das BZÖ jubelt.
Zitat Staatssekretär Schweitzer:
“Der ÖVP-BZÖ-Kurs wird voll inhaltlich fortgesetzt. Alles, was in
den letzten sieben Jahren als wichtig und richtig erkannt wurde, findet
unter einem sozialdemokratischen Bundeskanzler seine Fortführung.”

Dem ist ausnahmsweise nichts hinzuzufügen.
Zu hoffen ist höchstens noch das Hannes Androsch recht hat:
“Die Parteimitglieder sind fassungslos, Ich kann mir nicht vorstellen, dass der SPÖ-Vorstand dieser Verteilung zustimmt.”
Hannes Androsch über das Ergebnis der Verhandlungen und die Ressortverteilung.

Quelle der Zitate: http://www.diepresse.com

siehe dazu auch meinen Blogeintrag zum Thema

“Studiengebühren und Sozialarbeit” (gewaltbereite Chaoten)

20
Jan

Studiengebühren und Sozialarbeit

categories Politik    

gewaltbereite Chaoten?

Nach diesem Verhandlungsergebniss – personell und inhaltlich – und dem
Bruch auch dieses Wahlversprechens, auch noch ihrem Unmut Raum
gebendene junge Menschen als “gewaltbereite” Chaoten und als
“Kommunisten” in aller Öffentlichkeit zu beschimpfen und mit Häme zu
überschütten geht wirklich zu weit.

Kein Bundeskanzler – oder Parteivorsitzender – der SPÖ hat so mutwillig
und sinnlos die Gespächsbasis zur – auch Partei- – Jugend abgeschnitten.

Abgesehen von der Präpotenz:

  • Die Abschaffung der Studiengebühren war eines der beiden grossen Wahlversprechen
  • Die “Gewaltbereiten” war zu einem Gutteil die eigene Parteijugend, die den Wahlkampf der SPÖ massiv unterstützt hat.
  • Wievielen Menschen die daran geglaubt haben dass Politik mitgestaltbar ist, wurde dieser Glaube damit genommen?

    Es ist schon klar dass Verhandlungsergebnisse immer ein Kompromiss
    sind, aber dass bei einem der beiden grossen Wahlversprechen des
    Wahlsiegers keine andere Lösung drinnen war, kann ich mir schlicht und
    einfach nicht vorstellen (aber ich kann mir ja auch nicht vorstellen,
    dass insgesamt – Schlüsselressorts und programmatisch – nicht mehr drin
    war).

    Da gehts um eine massive Belastung von StudentInnen aus weniger
    begüterten Kreisen. Das Ganze dann als “Dienst an der Gemeinschaft”,
    “der Gesellschaft etwas zurückgeben” zu verkaufen wirkt auch unheimlich
    zynisch.

    Zum Gemeinschaftsdienst selbst:

    Doch zum Teil erzwungene Dienste an der Gemeinschaft – was meint, mit
    Menschen die Unterstützung brauchen – sind nie ganz unproblematisch.

    Unabhängig davon, dass es mich als ausgebildeteten Sozialarbeiter
    zusammenkrampft wenn zwangsweise Dienste an der Gemeinschaft mit
    professioneller Sozialarbeit in einen Topf geschmissen werden, brauchts
    da tatsächlich Professionalität:

  • zuerst einmal beim Konzept und der Definition der Zielgruppe.
    Wenn der Wiener Caritasdirektor Michael Landau – der viel Erfahrung in
    der Arbeit mit und von Ehrenamtlichen hat – sagt, der Hospizdienst
    eignet sich dafür nicht, dann darf man ihm das ruhig glauben
  • in diesem Feld erfahrene Organisationen müssen
    Hilfsbedürftige auswählen, Ziele definieren und gleichzeitig auch die
    HelferInnen auswählen (und durchaus problematische ablehnen), ausbilden
    und begleiten (Supervision).


    In Israel gibt es seit 25 Jahren ein ähnliches Modell:
    siehe zum Perah Modell auch:
    Amos Carmeli: “Studierende geben ein Stückchen ihrer Zeit und ein Stückchen ihres Herzens”
    Der Leiter des israelischen Perah-Programmes, das Gusenbauer für Österreich adaptieren will, im Interview
    http://derstandard.at/?id=2722678
  • 14
    Jan

    Leserbrief an “Die Presse” zum Thema Scotty

    categories - Verkehr, Politik    
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    Die Presse hat in Ihrer Wochenendausgabe in einem Artikel das “neue” Haus zu Haus Abfragesystem der ÖBB Scotty
    getestet. Entweder haben sich die Redakteure dabei etwas ungeschickt
    angestellt, oder? Bei der Presse fallen ja öfter Artikel zu ÖBB oder
    Öffis negativ aus.

    >>> Die Presse; Routenplaner:
    Von Wien nach Amstetten in zehn Stunden

    Ich habe dazu folgenden Leserbrief geschrieben:

    entschuldigung… aber wenn man sich ein bisschen weniger dumm anstellt schaut das mit den ergebnissen anders aus:

    1) eingabe von scotty bei google: wie bekannt brauchen suchmaschinen
    einige zeit, bis sie ein neues angebot finden. bei mir erscheint scotty
    jedenfalls 2 x auf der 1. seite: einmal auf rang 2 gleich die
    abfrageseite, einmal auf platz 6 der hinweis auf der ö3 seite. dazu
    muss man/frau aber auf seiten in österreich einschränken

    2) die lange internetadresse “als Service” am ende des artikels ist vor
    allem in der printversion ein wenig ein pflanz. einfacher gehts über
    www.oebb.at (dann auf fahrplan klicken) oder direkt fahrplan.oebb.at
    und auf so eine idee kann man/frau sehr wohl kommen

    3) wenn ich von der stiftgasse in wien um 20h an einem wochentag nach
    amstetten fahren will, krieg ich 3 züge innerhalb einer stunde und darf
    auch mit der U 3 fahren!!!

    keine frage, dass da noch ein bisschen was zum verbessern ist, aber bei mir funktionieren die basics einmal gut.

    Credits

    Airborne by Björn Dietz, based upon Vertigo Blue (3Column) by Brian Gardner.

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