20
Feb

Chello Speed kills me

categories Tipps, Web    

Ich hab  ja schon lange den Verdacht, dass Chello Werbung und die Realität was die Performance betrifft deutlich auseinanderklaffen. Seit einiger Zeit messe ich das auch. Und das Ergebnis ist ernüchternd. Ich komme auf reale Werte von 1000 kb/s bis 4000 kb/s (eher um, und manchmal sogar unter dem unteren Wert) mit einzelnen positiven Ausnahmen (max. 7000 – 8000 kb/s). Kriegen sollte ich 30 720 kb/s lt Werbung (und bald 100 Mb/s, ich beschränke mich jetzt auf die fürs Surfen wichtigeren Werte des Downloads). Wir reden hier also nicht von 10% weniger, oder 20% oder 50%.  Meist krieg ich 1/30 und manchmal  1/4 der versprochenen Leistung.

Ich habe einen unabhängigen Test  http://www.speedtest.net gewählt, weil mir die Ergebnisse seriös vorkamen, ich dort einen Wiener Server zum testen anpingen kann (angeblich den der TU, wo auch Chello seinen Knoten direkt dran hat) und beziehe mich absichtlich nicht auf die Werte des Chello eigenen Perfomance Tests, weil so schlecht kann`s wieder auch gar nicht sein ;-) . Der Chello  Performance Test zeigt bei wiederholten Versuchen fast eine 10 er Potenz weniger als speedtest.net. Da wären wir dann bei einem Faktor von 1:200 (Realität versus Angebot). Die sind offenbar nicht einmal in der Lage den eigenen Tester richtig zu konfigurieren, oder ich würde für das Geld das ich da zahle, mit der Geschwindigkeit eines GSM Handy in GPRS Geschwindigkeit unterwegs sein. Auch dieser Wert ist keine Ausnahme, sondern mehfach getestet (der untenstehende im übrigen fast gleichzeitig mit dem oben aus speedtest).

http://performance.chello.at:81/

speedtest chello

Ich hab auch nicht das billigste Produkt sondern Chello Plus um 69€/Monat, und teste immer wenn nur ein Rechner grad sich Daten vom Internet holt, und auch keine sonstigen Anwendungen Bandbreite brauchen.

Sonstige Vergnügungen mit der Kompetenz von UPC

Von den anderen Unannehmlichkeiten die ich für meine fast 100 €/Monat für Digital TV und Telefon bekomme, ganz zu schweigen. Hier nur eine Andeutung:

Vor knapp einem Jahr wollte ich umsteigen, weil das aktuelle Kombiangebot um einige Euro billiger war und geringfügig mehr bot als mein Paket. Antwort: “gerne, macht 99 Euro Umstiegsentgelt”. Im Sommer lies ich mich dann “an der Tür” überreden doch umzusteigen, weil plötzlich keine Rede mehr vom Umstiegsentgelt war und Digital TV doch mehr Programme und bessere Bildqualität….und vor allem wollte ich die MediaBox (6€/Monat extra ) die mir den Ankauf und die Konfiguration eines DVD Recorders erspart.

Die Informationen waren haarsträubend falsch die ich bei diesem Besuch erhielt (angeblich hätte ich nur mehr 19,90.- statt 69.- fürs Internet bezahlt. Auf meine Anmerkung ich will aber die Geschwindigkeit “behalten” und muss drei Rechner verwenden können kam  “es hot sie no kana driber beschwert, weils billiger wurn is”, was natürlich dann eh nicht gestimmt hat). Auf den Formularen,  die der gute Herr mithatte, stimmten die Produktbezeichnungen nicht mit den aktuellen Produkten überein.

Vor allem war alles was technisch gemacht wurde etwas anfällig.

Dazu kommt noch die technische Qualität:

Mir hats jetzt aus Anlass der Performance so gereicht, dass ich ein für meine Verhältnisse saftiges mail an den Support geschrieben habe (mit Kopie an den Geschäftsführer und an die Help Redaktion des ORF. Auf eine Reaktion warte ich morgen auch bereits 14 Tage…….

Ich hoffe nur, dass diese Einrichtung nicht an der neuen Datenautobahn für Wien beteiligt wird.

Update (22.2.09):

Hans-Peter Lehofer hat eben einen Beitrag mit einer ausführlichen Erläuterung auch der rechtlichen und internationalen Situation auf seinem Blog veröffentlicht:

http://lehofer.at/blog/2009/02/festes-netz-festes-entgelt-nach-unten.html

Update: 14.9.09:

http://schindlers.at/2009/09/14/chello-speed-kills-me-fortsetzung/

18
Feb

Facebook

categories - social networking, Tipps, Web    

Heute ist in österreich der Facebook Tag in den Medien (nachdem in den letzten Tagen schon die ZIB 2 über facebook und twitter berichtet hat)

drei Artikel im Standard:::

Real und virtuell verknüpft

Studie bestätigt den Hype um Online-Welten
http://derstandard.at/?url=/?id=1234507324771

Freunde als lukrative Waren

Bei “Friends for Sale” werden Menschen als Haustiere verkauft
http://derstandard.at/?url=/?id=1234507324395
(ein Spiel dessen Lustfaktor mir nicht zugänglich ist, warum soll ich mich freuen als pet (Haustier) verkauft zu werden?)

und als besonderes Schmankerl Thomas Schäfer-Elmayer über:

“Dafür hatte Ludwig XIV. einen Degen”

„Schlicht ist elegant” lautet die Regel, die Thomas Schäfer-Elmayer Jugendlichen auch bei Facebook ans Herz legt
http://derstandard.at/?url=/?id=1234507322035

eine langer Studienbericht von Danah Boyd im Falter:

“Das Netz verstärkt die Kluft”
Die Sozialwissenschafterin Danah Boyd über den Reiz und die Abgründe von Freundschaftsseiten wie Facebook

7
Feb

Krisenlogos

categories Politik, zum Schmunzeln    

Köstlich die Krisenlogos die ich eben zugesandt bekommen habe. Wie immer in solchen Fällen würde ich mich gerne bei den KünstlerInnen bedanken, wie meist in solchen Fällen ist nicht mehr eruierbar woher die Schneeballmails ursprünglich kamen.

5
Feb

Alle sieben Wellen, Daniel Glattauer

categories - Körper, Seele, - Romane, Lesen    

Schon lang kein Buch mehr aus dem Postkastl genommen, gleich auf die Couch damit, und ausgelesen :-)

Schöne – oft auch witzige – Sprache, spannende Geschichte. Mehr als ein Aufguß von “Gut gegen Nordwind”, auch als eigene Geschichte gut lesbar.

Daniel Glattauer Alle sieben Wellen

Daniel Glattauer Alle sieben Wellen

1
Feb

Salonrechte und Kellernazis

categories Politik    

Wollen wirklich fast 30% der Bevölkerung dieses Landes, dass wir von so einem Personal regiert werden, und Menschen mit dieser Geisteshaltung an wichtigen Schalthebeln des Landes sitzen?

Schlecht kann einem werden, wenn man/frau den heutigen Profil Artikel von Christa Zöchling über die Olympia liest. Ein paar Auszüge und Zitate (leider ist gerade dieser wichtige Artikel online nicht verfügbar):

zum Geschichtsverständis:

Schon 1889 wurden “dem Gebot der Zeit folgend die jüdischen Mitglieder entlassen” zitiert nach einer Festschrift der Burschenschaft aus dem Jahr 1996

Der heutige Klubdirektor der Freiheitlichen im Parlament (Mitglied der Olympia) erklärte ebenfalls in einer Festschrift 1996 unter dem Titel “Wider die Gesinnungsjustiz” seine Solidarität mit dem damals inhaftierten Neonazi Gottfried Küssel. Für Nemeth ist der Holocust offenbar eine Glaubensfrage.

Die Geschichtsschreibung ist eine von Umerziehern (Festschrift 1989)

2003 hat die Olympia zu einem “nationalen Liederabend mit Michael Müller” geladen, dem die tolle Nachdichtung des Udo Jürgens Songs “Mit sechs Millionen Juden, da fängt der Spass erst an” eingefallen ist.

Die Olympia wurde 1961 auch wegen Nationalsozialistischer Wiederbetätigung behördlich aufgelöst, nachdem erste Rufe danach bereits 1959 erschallt waren, als die Burschenschafter in HJ Hosen und Wehrmachtsstiefeln mit Fackeln auf dem Heldenplatz aufmarschiert waren.

Die Auflösung erfolgte nachdem einige Mitglieder ins terroristische Milieu abgeglitten waren, und sich an Sprengstoffattentaten in Südtirol beteiligt hatten. Norbert Burger (vormaliger RFJ Vorsitzender und späterer Gründer der NDP) wurde in Italien in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.

1987 in einer Zeit als die Olympikonen zunehmend versuchten sich als RFJ Mitglieder ein zweites, harmloses Gesicht zuzulegen, war der Herr Graf Saalschützer des RFS bei einem Vortrag eines deutschen Rechtsextremen “Der Jude als bakterieller Krankheitserreger”. Sein Bundesbruder Harald Stefan – der die Diskussion damals moderierte – fühlt sich heute noch als Deutscher.

Von dem Dutzend RFS Saalschützern tauchte etwa die Hälfte ein Jahr später bei der neonazisten Truppe um Gottfried Küssel auf. Norbert Steger fiel damals dazu der Begriff Kellernazis ein.

Nur Geschichte, vergangene Zeiten, lauter Geläuterte heute?

Der dritte Nationalratspräsident Graf hat nicht nur Mitarbeiter aus der Olympia die beim Aufruhr Versand Devotionalien gekauft haben, sondern bringt auch nach mehrmaligem Nachfragen nicht über die Lippen, dass sechs Millionen Juden von den Nazis ermordet wurden “Wenn sie so wollen, Millionen ja. Ich sage Massen”

und unsere Staatsschützer? Interessant die “Einschätzung” im Zeitablauf der letzten Jahre:

1994: zwei Wiener und eine Innsbrucker Burschenschaft werden als Kaderschmiede und nationaler und rechtsextremer Gesinnung eingestuft.

1999: “mehrere Studentenverbindungen versuchen (…) auf Umwegen eine gewisse Akzeptanz für nationalsozialistisches Gedankengut zu schaffen”

Noch im Bericht des jahres 2000 heißt es, “dass der von mehreren Burschenschaften unterschwelligen ausgehenden rechtsextremen Ideologieverbereitung (…) besonderes Augenmerk zugewandt werden soll”

Mit Beginn der schwarz-blauen Koalition verstummten die Berichte allerdings. Graf – der sich zu diesem Zeitpunkt auch einen Ruf als Türöffner für Posten in Ministerien erwarb – hatte sich erfolgreich gegen “Auftragsberichte” des Innenminsiteriums gegen die Olympia gewandt.

Aber – wie Christa Zöchling richtig bemerkt – der neuen rot – schwarzen Regierung blieb es vorbehalten den Olympikonen mit samt seinem Gefolge den Einzug ins Präsidium des Nationalrates zu ermöglichen.

Dass jede Gesellschaft ein paar Prozent Radikale aushalten und mit ihnen fertig werden muss, ist schon klar. Aber müssen wir zuschauen, wie sie zunehmend die Hebel der Macht und wichtige Funktionen in der Republik in Beschlag nehmen, dabei die Geschichte leugnen, Österreich im Ausland vom etwas seltsamen Ländchen zu einer Nazihochburg machen(?) und ihre radikale und auch gewaltbereite Seite immer weniger verstecken wollen?

Credits

Airborne by Björn Dietz, based upon Vertigo Blue (3Column) by Brian Gardner.

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