AKW – manfred schindler https://schindlers.at Gedanken - Tipps - Politik - Web 2.0 - Lesen - Gesundheit Thu, 17 Mar 2011 12:35:47 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 „es hat noch nie so weh getan immer schon im Recht gewesen zu sein“ https://schindlers.at/2011/03/17/es-hat-noch-nie-so-weh-getan-immer-schon-im-recht-gewesen-zu-sein/ https://schindlers.at/2011/03/17/es-hat-noch-nie-so-weh-getan-immer-schon-im-recht-gewesen-zu-sein/#respond Thu, 17 Mar 2011 12:35:36 +0000 http://schindlers.at/?p=2122 Weiterlesen →]]> Die Atomindustrie hat immer behauptet ein Super GAU passiert nur alle 10 000 Jahre. Wenn ich 400 AKWs habe und die Wahrscheinlichkeit um den Faktor daher erhöhe, komme ich – erraten – auf 25 Jahre……. 

„es hat noch nie so weh getan immer schon im Recht gewesen zu sein“

Ralf Bönt heute im Standard
http://derstandard.at/1297820628783/Fukushima-und-der-Krieg–gege… ]]> https://schindlers.at/2011/03/17/es-hat-noch-nie-so-weh-getan-immer-schon-im-recht-gewesen-zu-sein/feed/ 0 das Grauen in Fragen packen https://schindlers.at/2011/03/16/das-grauen-in-fragen-packen/ https://schindlers.at/2011/03/16/das-grauen-in-fragen-packen/#respond Tue, 15 Mar 2011 22:44:49 +0000 http://schindlers.at/2011/03/16/das-grauen-in-fragen-packen/ Weiterlesen →]]> Anti Kernkraft Symbol mit Faust

Zwei Themen die mich nach der ZDF Dokumentation heute abend beschäftigen:

1) ein ehemaliger AKW Manager – der heute einen Alternativenergiebetrieb führt – sagt, sein Schlüsselerlebniss war Tschernobyl. Und zwar weil er dachte, diese Katastrophe hätten wir (Deutschen) nicht so gut hingekriegt. Weil wir nämlich nicht 20 000 Soldaten hinein und damit in den Tod schicken hätten können.

2) In Bayern und Baden Württemberg war um den 30.4.1986 – wie zb auch im Raum Oberösterreich – relativ viel Niederschlag in Form von Regen und damit auch radioaktiver Fall-Out zu verzeichnen.

Die Bayern gehen davon aus, dass ihre Pilze erst in ca 300 (!) Jahren ohne Geigerzähler verzehrbar sein werden.

Auch wird Wild (zb Wildschwein) sehr häufig erlegt, und gleich entsorgt.

Warum wurde die letzten Jahre dieses Thema nicht angesprochen? Fragt bei uns jemand danach? Werden Pilze und Wild in jedem Fall auf Strahlung gemessen?

Zusammen mit der Info (ebenfalls ZDF, heute Nachmittag) dass in Tschernobyl noch immer 3500 (!) Menschen nur mit Bewachung und Kühlung des Reaktors – der seit 10 Jahren komplett stillgelegt ist – beschäftigt sind, weitere Belege für den Irrsinn diese Technologie als beherrschbar anzusehen.

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Kernkraft – Murphys Law gilt auch hier https://schindlers.at/2011/03/14/kernkraft-murphys-law-gilt-auch-hier/ https://schindlers.at/2011/03/14/kernkraft-murphys-law-gilt-auch-hier/#comments Mon, 14 Mar 2011 12:15:35 +0000 http://schindlers.at/?p=2095 Weiterlesen →]]> Atomkraft nein danke mit Faust*) Anmerkung zur Sonne siehe unten

Ich kann mich nicht erinnern, wann mich zuletzt ein Ereignis auf der Welt so betroffen, hilflos und wütend gemacht hat wie die Probleme in den Kernkraftwerken in Japan nach dem schrecklichen Beben und Tsunami, dessen Folgen noch immer nicht abschätzbar sind….. Mein Mitgefühl ist bei den Menschen in Japan, die die Lage und die Gefahren in bewundernswerter Ruhe und Gelassenheit ertragen.

Gleichzeitig beschäftigen mich die langfristigen Probleme und Mechanismen.

Für eine abschliessende Position ist es natürlich viel zu früh, daher hier und heute nur ein paar Gedankensplitter, aufgelesenes und Lesehinweise:

Sollte auch öfter bedacht werden….

Murphys Gesetz (heißt in der bekannten Form):

„Alles, was schiefgehen kann, wird auch (irgendwann) schiefgehen.“ („Whatever can go wrong, will go wrong.“ )

In rechtlichen Begriffen ist das was die Atomlobby und ihre UnterstützerInnen schon seit Jahrzehnten betreiben nur mit den Worten „grob fahrlässig“ (wenn man nicht von Vorsatz ausgeht) zu beschreiben. Ich bin ja eher ein Verfechter von nicht allzu viel Ängstlichkeit („zu Tode gefürchtet ist auch gestorben“), aber wenn es um das Leben tausender bis millionen Menschen und um Schäden (und Kosten) die auch die nachfolgenden Generationen treffen, dann ist die Einstellung „wird schon nix schiefgehen“ a wengerl zweng. Ich hab heute noch den Satz eines Kabarettisten (wer weiss noch, wer es war?) beim Marsch von Tulln nach Zwentendorf 1978 in der grossen Hitze im Kopf:

„stellen Sie sich vor, wir müssten heute Dinge mit dem Bundesheer und der Polizei bewachen, die Karl der Große erbaut hat“

 

Nach Tschernobyl war es noch einfach.

Franz – Josef Strauß sprach noch von der „kommunistischen Reaktorkatastrophe“ (zit. nach Beck, a.u.a.).

„Kernkraftwerke, nicht nur in Japan, sondern weltweit, funktionieren nur unter der Prämisse, dass diejenigen, die davon den Nutzen und den Gewinn haben, für etwaige katastrophale Folgen nicht einstehen müssen, weil diese Folgen zu groß sind. Statistisch gesehen mögen diese Katastrophen nur extrem selten eintreten, aber wenn sie eintreten, sind die Konsequenzen so verheerend, dass nicht nur ganze Länder oder Kontinente betroffen sind, sondern auch künftige Generationen.“ (Liessmann s.u.)

Hinzuzufügen ist hier noch, dass selbst ohne großen Störfall die Kosten jedenfalls mit der – bis heute nicht gelösten Endlagerfrage – berechnet werden müssten.

Offizielles Statement der Regierung (lt Standard):

(Zocker argumentieren im Casino auch so……):

„Ein Beben der Stärke 8 ist offiziell niemals durchgerechnet worden. Offiziell, weil solche Beben in Tokio laut Statistik nur alle 200 bis 300 Jahre vorkommen. Und das letzte große Beben ist ja erst 90 Jahre her….“

 

Ulrich Beck zum Risiko:

„Risiken sind eben keine Gegenstände, keine Objekte, die wir anfassen, riechen und schmecken können. Risiken sind mit wissenschaftlichen Mitteln kulturell geprägte soziale Konstruktionen. Bei Risiken, wie denen der Kernindustrie, haben wir es mit einem neuen Typus von Risiko zu tun. Hier darf nichts schief gehen. Hier darf es auf keinen Fall zur Katastrophe kommen. Wir müssen also auf jeden Fall vorbereitet sein. Das ist aber nicht möglich. Das wissen wir. Es passieren fortwährend Ereignisse, die wir nicht vorausgesehen haben. Mal im Guten wie der Fall der Berliner Mauer, das Ende des Kommunismus. Mal im Bösen wie die Terroranschläge vom 11. September 2001.“ (Frankfurter Rundschau s.u.)

 

zum Nachlesen empfohlen:

„Energiehunger der Welt hat fast pathologische Züge“ – Welt – derStandard.at › Wissenschaft. Iterview mit Konrad Paul Liessmann

„Kernenergie ein Weltexperiment“ – Gastkommentar von Ulrich Beck Frankfurter Rundschau

 

*) Anmerkung zur Sonne mit Faust:

dieses Anti AKW Pickerl wurde in der Auseinandersetzung um den Bau des (einzig sicheren, weil nie in Betrieb gegangenen) österreichischen Kernkraftwerks in Zwentendorf (in Niederösterreich) von den „Sozialisten gegen AKW“ und den „Gewerkschaftern gegen AKW“ verwendet.

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