Medienpolitik – manfred schindler https://schindlers.at Gedanken - Tipps - Politik - Web 2.0 - Lesen - Gesundheit Sun, 14 Jul 2013 13:30:26 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 Protestnote der freien ORF-Mitarbeiter: „Entlohnt wie Praktikanten“ https://schindlers.at/2012/09/14/protestnote-der-freien-orf-mitarbeiter-entlohnt-wie-praktikanten/ https://schindlers.at/2012/09/14/protestnote-der-freien-orf-mitarbeiter-entlohnt-wie-praktikanten/#respond Fri, 14 Sep 2012 17:26:31 +0000 http://schindlers.at/?p=2867 Weiterlesen →]]> bildungs- und medienpolitisch ein unerhörte Ignoranz gegenüber Qualitätsjournalismus, sozialpolitisch eine Schweinerei….

Protestnote der freien ORF-Mitarbeiter: "Entlohnt wie Praktikanten" – Freie im ORF – derStandard.at › Etat.

Der ehem. kommunistische Staatssekretär für Bildungsfragen Ernst Fischer (KPÖ, Mitglied der Bundesregierung vor den ersten freien Wahlen der 2. Republik im Nov. 45), hat einmal den weisen Satz gesagt: “ was wichtig ist hören wir in den Sonntagsreden, was wirklich wichtig ist, lesen wir in den Budgets“

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zur Situation der nicht ganz so „Freien“ MitarbeiterInnen und zum Auftrag des ORF:::Offener Brief https://schindlers.at/2012/01/26/zur-situation-der-nicht-ganz-so-freien-mitarbeiterinnen-und-zum-auftrag-des-orfoffener-brief/ https://schindlers.at/2012/01/26/zur-situation-der-nicht-ganz-so-freien-mitarbeiterinnen-und-zum-auftrag-des-orfoffener-brief/#respond Thu, 26 Jan 2012 21:00:38 +0000 http://schindlers.at/?p=2431 Weiterlesen →]]> Sehr geehrter Herr Generaldirektor,
sehr geehrter Herr Hörfunkdirektor,
sehr geehrte Frau Roither!

Ich bin nicht nur ein Verfechter des Prinzips eines wirkungsvollen und starken öffentlich rechtlichen Rundfunks und ein jahrzehntelanger Fan von Ö 1. Besonders in letzter Zeit hatte ich auch mehrere Begegnungen mit ORF MitarbeiterInnen in der Rolle als Interviewpartner. Dies sowohl für mehrere Sendungen von Ö 1, als auch in zwei Interviews für wichtige Sendungen des Fernsehens.

Dabei hat mich die Erkenntnis erschüttert wie sehr bei den wichtigsten Faktoren für eine gute Sendung, bei den RedakteurInnen, gespart wird. Beim Flaggschiff des öffentlich- rechtlichen Rundfunks Ö1 (woher würde der ORF ohne Ö 1 seine Berechtigung für Gebühren nehmen?) in Form von wunderbaren, gescheiten, interessierten und engagierten ReakteurInnen, die tolle Beiträge für ein Scham erzeugendes Honorar machen, bei den nicht unbedeutenden Fernsehsendungen „Thema“ und „Konkret“ merkbar in unheimlichem Zeitdruck und mehreren gleichzeitig laufenden Themen in Vorbereitung (zb konnten als sinnvoll erachtete Reisen in andere Bundesländer nicht einmal ins Auge gefasst werden). Wenn ich gerade im Blog des Journalisten Walter Gröbchen lese, dass bei ORF 3 – für eine nicht uninteressante Arbeit – erwartet wurde, dass die Tätigkeit ehrenamtlich erfolgt, dann passt das in das Bild. Hat schon jemand Dominik Heinzl gefragt, ob er nicht bitte für die gute Sache gratis arbeiten möchte?

Mir ist schon klar, dass Fragen der grundsätzlichen Ausrichtung des ORF nicht nur von der Führung des ORF abhängen, sondern dass da die politische Ebene, die Öffentlichkeit – und hier vor allem die Medienöffentlichkeit- großen Einfluss haben. Deswegen erfolgt dieses Schreiben auch als offener Brief, auch weil ich in der Öffentlichkeit so laut ich kann sagen und zeigen will, dass es Menschen gibt, die Qualität schätzen, und auch entsprechend belohnt und entlohnt wissen wollen.

Dass es auch idiese Öffentlichkeit an Bewusstsein für öffentlich rechtlichen, Qualität bietenden Rundfunk fehlt, zeigt sich unter anderem darin, dass, ohne Aufschrei anderer (Massen)Medien oder der breiten Öffentlichkeit, gesetzliche Bestimmungen beschlossen werden können, die die Bereitstellung der Archive des ORF (von Radio und TV) u.a. zeitlich beschränken. Als ob wir unter einem drückenden Überfluss von gut aufbereitetem Wissen und gebildeten, aufgeklärten, vernünftigen Menschen leiden würden.

Ich wünsche mir, dass der ORF der in den letzten Jahren massiv fortschreitenden Boulvardisierung nunmehr entgegentritt, massiv in Erhaltung und Weiterentwicklung eines qualitativ hochstehenden öffentlich rechtlichen Programmes investiert, und sich auch wieder stärker seines Bildungsauftrages bewusst ist.

Ein ganz wichtiger Schritt – auch zu sozialrechtlich vertretbaren Standards für wichtige und engagierte MitarbeiterInnen – wäre die Anerkennung dieser wichtigen Arbeit und ihrer Qualität durch vernünftige Bezahlung bzw. Anstellung der Menschen die das Programm gestalten. Das ist nicht nur eine sozialrechtliche Frage, sondern auch eine der Anerkennung und Würdigung.

mit freundlichen grüssen

Manfred Schindler

zur Unterstützung der Forderungen der „Freien“ geht’s hier:
http://orffm.wordpress.com/

siehe auch den Eintrag von vor ein paar Tagen

Dieser Standard Artikel behandelt die Entlohnungseite genauer.

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Ein paar Gedanken zur Wikileaks Debatte https://schindlers.at/2010/12/16/ein-paar-gedanken-zur-wikileaks-debatte/ https://schindlers.at/2010/12/16/ein-paar-gedanken-zur-wikileaks-debatte/#respond Thu, 16 Dec 2010 19:05:59 +0000 http://schindlers.at/?p=1955 Weiterlesen →]]>

Ich finde, das Thema müsste viel umfassender diskutiert werden. Manchmal pragmatischer und weniger moralisch, dort wo es z.B. um Sachzwänge geht (natürlich gibt’s viel eher info leaks, wenn ich 50 Aktenordner auf einem Stick davontragen kann, und 200 000 Leute Zugang zu den „Geheimdokumenten“ haben), da müssen ganz einfach alle lernen, damit zu leben. Das Problem ist nur quantitativ und von einer Wahrscheinlichkeitsrechnung her betrachtet neu.

Alle reden über Wikileaks, aber liest eigentlich noch jemand die Dokumente, versucht sie nach Relevanz zu bewerten? Ausser die PraktikantInnen in den Ministerien, die sollen aber meist nicht drüber reden 😉

Inhaltlich ist eher die Medienpolitk im Allgemeinen zu diskutieren. Wir müssen ein System eintwickeln, wo Recherche, gut schreiben, vermitteln können, geistige Verbindungen/Verknüpfungen herstellen etc., gut bezahlt wird (durch Presseförderung seitens des Staates, von Stiftungen, der Zivilgesellschaft….) und auch Maßnahmen ergreifen, die zur Verbreitung von Informationen im Sinne politischer Bildung relevant sind……

Nicht die Masse an Informationen macht den Wert (die Masse kann auch Interesse ersticken), sondern die Relevanz und die Aufbereitung sowie das Herstellen von Verknüpfungen

to be continued……

update 17.12.2010:
Mit den Fragen was eigentlich hinter den Vorwürfen an Assange in Schweden steht befasst sich Andrea Sturm in ihrem Blog Sturmwarnung:
http://www.sturmwarnung.at/index.php/sturmblog/assange_die_schweden

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https://schindlers.at/2010/12/16/ein-paar-gedanken-zur-wikileaks-debatte/feed/ 0
ORF Gesetz: Reden wir über den Bildungsauftrag? Wir machen die Konkurrenz kaputt https://schindlers.at/2010/06/17/orf-gesetz-reden-wir-uber-den-bildungsauftrag-wir-machen-die-konkurrenz-kaputt/ https://schindlers.at/2010/06/17/orf-gesetz-reden-wir-uber-den-bildungsauftrag-wir-machen-die-konkurrenz-kaputt/#respond Thu, 17 Jun 2010 15:41:50 +0000 http://schindlers.at/?p=1548 Weiterlesen →]]>

Die ORF Debatte magerlt mich schon einige Zeit. Vordergründig geht es bei der Reform des ORF Gesetzes um Beschränkung der Werbeeinnahmen und die geplante Einstellung der Futurezone, die den Verlust eines Mediums bringen würde, das im Bereich Computer und Neue Medien in Österreich Qualitätsstandards setzt. Nun gibt es in diesem Bereich auch andere Medien (vor allem die Tageszeitungen), aber in der Futurezone steckt schon viel Know-How und sie bietet unabhängige Berichterstattung. Im übrigen in Form einer guten Zusammenarbeit und gegenseitiger Ergänzung mit matrix von Ö1 (jeden Sonntag ab 22h30). Das erwähne ich auch deshalb, weil ein Argument in der Debatte ist, der ORF darf Online nur Informationen, die in Bezug zu einer Sendung stehen, publizieren.

In Zusammenhang mit der Futurezone empfehle ich:

Noch mehr als dieses „Special Interest Thema“ stört mich aber, dass ich den Eindruck habe, dass der Umgang mit diesem Thema doch symptomatisch für die ganze ORF Debatte bzw Auseinandersetzung über die Funktion öffentlich rechtlichen Rundfunks (die es leider in dieser Form und mit dieser Fragestellung nicht gibt) ist. Wobei die Debatte EU weit auch nicht besser läuft.

Leiden wir an zuviel Qualität?

Wenn man die Diskussionen um das neue ORF Gesetz verfolgt, dann muss man den Eindruck gewinnen, unser grösstes Problem besteht darin, dass wir an zuviel hochwertigem, gut recherchiertem (Hintergrund-) Journalismus fürchterlich leiden, den es gilt so rasch als möglich zu beseitigen. Und, dass sich der Verband der ZeitungsherausgeberInnen seinen ORF und sein ORF Gesetz wünschen darf.

In Matrix war vor einigen Wochen ein Beitrag, in dem über die Zukunft der Printprodukte –  sprich Zeitungen- im Zeitalter des Internet und Web 2.0 und blogging und so weiter nachgedacht wurde. Da wurden auch Modelle vorgestellt, in denen zb Recherchearbeit und Erarbeitung von Hintergrundinfos direkt remuneriert wurden. In einem vorgestellten Beispiel  durch eine Stiftung in den USA. Wobei auch klar ist, dass diese Finanzierung durchaus auch seitens der öffentlichen Hand erfolgen könnte.

In der breiten Debatte gehts zwar vordergründig um Vielfalt, aber ich habe immer den Eindruck im Sinne von Quantität und Auflage. Und jedenfalls privat, weil das ist ja bekanntlich immer besser. Dabei sollte, nachdem es mittlerweile ja einige Krawallzeitungen (copyright: Hans Rauscher) und eine unüberschaubare Menge an privaten Fernseh- und Rundfunksendern gibt, klar sein, dass hier die Quantität (weder Anzahl der Medien noch die Götter der Auflage und Einschaltquoten) keine besser informierte, gebildete und bewusste Menschen bringt (Stichwort: overnewsed und underinformed). Und zwar weder von „Heute“, Krone, Österreich noch von RTL 27.

Ein Nachdenken wie eine Medienwelt aussehen könnte, die einen Beitrag zu besser informierten, orientierten und bewusst handlungsfähigen Massen leistet, wird nicht einmal im Ansatz geführt. Dass da auch ein gebührenfinanzierter Rundfunk (dem man grad versucht die zukunftsträchtigen Themen und Märkte zu beschneiden) eine wichtige Funktion hat, sollte wohl unbestritten sein. Stattdessen gestaltet sich der Verband der ZeitungsherausgeberInnen seine Konkurrenz, indem er sie so weit als nur irgend möglich durch den Nationalrat beschneiden lässt.

Ergänzung:

Ein guter Artikel in der Zeit, auch mit Bezug zu den Entwickungen bei ARD und ZDF

Ergänzung 23.6.2010:

Und wer trauert um den ORF?

Reformziel Zu-Tode-Sparen?

http://derstandard.at/1276413783631/Kommentar-der-Anderen-Und-wer-trauert-um-den-ORF

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https://schindlers.at/2010/06/17/orf-gesetz-reden-wir-uber-den-bildungsauftrag-wir-machen-die-konkurrenz-kaputt/feed/ 0