Mindestsicherung – manfred schindler https://schindlers.at Gedanken - Tipps - Politik - Web 2.0 - Lesen - Gesundheit Sun, 19 Sep 2010 07:35:26 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 Wohin der Staat sein Geld verteilt…. https://schindlers.at/2010/09/18/wohin-der-staat-sein-geld-verteilt/ https://schindlers.at/2010/09/18/wohin-der-staat-sein-geld-verteilt/#comments Sat, 18 Sep 2010 17:08:58 +0000 http://schindlers.at/?p=1813 Weiterlesen →]]> Besser als jede Transparenzdatenbank….
(….. und ohne Neidgefühle als Nebenwirkung)

Die Dokumentation die Kurt Langbein und Florian Kröppel für Kreuz&Quer gestaltet haben.

Wirklich beeindruckend die Beispiele von staatlichen Ausgaben. Immer wird nur von Empfängern sozialer Leistungen gesprochen, und diese oft als Sozialschmarotzer diskreditiert, Einkommen die kaum oder nicht zum Leben ausreichen als Soziale Hängematte stilisiert. Wenn man die Aufwendungen für Arbeitslose, AlleinerzieherInnen,  die sozial Schwachen insgesamt mit anderen – oft auch notwendigen und gesellschaftlich nicht in Frage gestellten – staatlichen Aufwendungen vergleicht, wird sichtbar, wie wenig Geld im Vergleich für die sozial Hilfsbedüftigen zur Verfügung steht.

Die Sendung „Kreuz&Quer – Wohin der Staat sein Geld verteilt“ ist in der TVthek abrufbar.

Nachstehend der Text der Gestalter zum Film:

„Die sozialen Spannungen werden in Österreich immer deutlicher spürbar. „Kreuz & Quer“ nimmt die Debatte um das „Transparenzkonto“ und die Mindestsicherung, die manchen als „soziale Hängematte“ erscheint, zum Anlass nachzusehen, wie viel an staatlichen Leistungen Familien aus unterschiedlichen sozialen Schichten tatsächlich vom Staat bekommen.


Kurt Langbein und Florian Kröppel porträtieren dazu vier Familien und vergleichen, welche staatlichen Mittel sie erhalten – freilich nicht nur Sozialleistungen, sondern alle wesentlichen Leistungen des Staates für Bildung, Wohnen, Kultur und Soziales.


Die Akademikerfamilie, deren Tochter studiert, hat für die Sanierung einer Eigentumswohnung Fördergelder von 150.000 Euro erhalten. Gemeinsam mit den Ausgaben für die Bildung der Töchter hat der Staat für sie in den vergangenen 25 Jahren 327.000 Euro aufgewendet.


Dem gegenüber steht die Familie eines Beziehers von Sozialhilfe, dessen Tochter nur Hauptschulabschluss hat und seit drei Jahren vergeblich nach einer Lehrstelle sucht. Der dreiköpfigen Familie bleiben gerade 70 Euro wöchentlich für den täglichen Bedarf. Mietzinsbeihilfe über zweieinhalb Jahrzehnte, Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und Ausbildungskosten für die Tochter zusammen machen bei dieser Familie mit 174.000 Euro gerade die Hälfte aus. „Wenn man Geld hat, kommt Geld hinzu“, kommentiert Caritas-Präsident Küberl im Film die soziale Asymmetrie und fordert, dass der Staat „den Mut aufbringt, Armut effektiv zu bekämpfen“.


Auch beim zweiten Vergleich sind die Unterschiede beträchtlich: Der niederösterreichische Bauer mit durchschnittlicher Hofgröße kann im Jahr immerhin mit 26.000 Euro staatlichen Zuschüssen rechnen, während die Alleinerzieherin von zwei Kindern, die knapp 1.100 Euro verdient, pro Jahr gerade einmal auf 4.100 Euro an Familienbeihilfe und Mietzinsbeihilfe kommt. Für Sozialhilfe ist ihr Verdienst „zu hoch“, und Unterhaltsvorschuss bekommt sie keinen, weil der Verbleib ihres Exmannes unbekannt ist.“

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ÖVP für Arbeitspflicht https://schindlers.at/2010/09/14/ovp-fur-arbeitspflicht/ https://schindlers.at/2010/09/14/ovp-fur-arbeitspflicht/#comments Tue, 14 Sep 2010 05:49:45 +0000 http://schindlers.at/?p=1777 Weiterlesen →]]> „Bürgerarbeit“ bei Mindestsicherung

Christine Marek hat im heutigen Morgenjournal „Bürgerarbeit“ gefordert. Es ist zum aus der Haut fahren. Es gibt ganz einfach (zumindest in dieser Organsiationsform) zuwenig Arbeit. Und das seit langem. Als logisch und sozial denkender Mensch würde man meinen, alle denken jetzt drüber nach, wie sie

  1. die Entstehung von Arbeitslosigkeit mindern können und
  2. die  sozialen Folgen möglichst abmindern.

Zwangsläufig mit verstärkten Anstrengungen, mit Blick auf die Menschen, die oft nicht nur ihre Arbeit, sondern auch ihren Selbstwert verlieren.
Aber nein, stattdessen reden wir (wieder einmal, ich erleb es in Wellen seit 35 Jahren bewusst) über Mißbrauch. Es werden – auch wieder einmal – statt der Armut die Armen bekämpft. Und es wird miese Stimmung gegen die die „nix hackeln wollen“ und Sozialschmarotzer gemacht. Wenigstens die, die öffentliche Meinung beeinflussen, sollten  die Grundrechnungsarten kapieren und verstehen, dass es nix nutzt jemanden zu etwas zu zwingen was es nicht gibt.

Was noch immer fehlt: Eine grundsätzliche Diskussion über die Neuordnung, Neubewertung und Neuverteilung der Arbeit. Bis dahin muss aber eine der reichsten Gesellschaften der Welt denen es nicht so gut geht, helfen, und sie nicht auch noch quälen und ihnen schlechtes Gewissen machen.

Link zum Morgenjournal (auch als mp3 zum anhören):

oe1.ORF.at Politik.

siehe auch Birgit Meinhard-Schiebel

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