Wohnen – manfred schindler https://schindlers.at Gedanken - Tipps - Politik - Web 2.0 - Lesen - Gesundheit Sat, 01 Sep 2012 10:06:47 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Das Wohnen mit Rad neu erfinden – Autofrei wohnen https://schindlers.at/2012/09/01/das-wohnen-mit-rad-neu-erfinden-autofrei-wohnen/ https://schindlers.at/2012/09/01/das-wohnen-mit-rad-neu-erfinden-autofrei-wohnen/#respond Sat, 01 Sep 2012 09:16:45 +0000 http://schindlers.at/?p=2832 Weiterlesen →]]> Ich war gestern mit den roten „RadfreundInnen“ auf Besuch in der „Autofreien Siedlung in Wien Floridsdorf„.

vom Ausflug in die Autofreie Siedlung
Abfahrt beim Radhaus

Sehr angenehmer Ort. Zwei Dinge haben mich besonders fasziniert:

    – Was alles sinnvolles, schönes, angenehmes und gemeinschaftsförderndes gemacht werden kann mit dem Geld, das in diesem Fall nicht in Autoagaragen gesteckt werden musste. Vom Schwimmteich über die Solaranlage, von der Radwerkstätte bis zum Gemüsebeet am Dach, von gemeinsam genutzten Wohnzimmern bis zum Veranstaltungsraum und zum Fitnessraum. Im Vergleich mit der durchschnittlichen Anzahl Autos von 400 pro 1000 EinwohnerInnen in Wien, spart die Autofreie Siedlung ca 300 Autos (und erspart sie Wien).

    – Noch ein faszinierendes Detail. Als die Wohnungen besiedelt wurden, hat man fünf Carsharing Autos in die Garage gestellt. Mittlerweile wird nur noch eines Vorort (die BewohnerInnen können ja auch jedes andere Carsharing Auto nutzen) angeboten. Weil nicht mehr gebraucht wird. Das zeigt für mich, dass nach einer gewissen Zeit der Umstellung, Eingewöhnung die Nutzung von Alternativen zum Auto so an Selbverständlichkeit gewinnt, dass man den Autoverzicht gar nicht mehr als Verzicht erlebt. Passt jedenfalls auch mit meiner persönlichen Erfahrung zusammen. Als ich den Besitz eines Autos vor ca 27 oder 28 Jahren abgeschafft habe, habe ich viel höhere Kosten für Mietautos, Carsharing, Taxi kalkuliert (auch mit diesen Werten wäre es ökonomisch billiger geworden, als mit Autobesitz), als ich dann letztlich brauchte. Wie komme ich wohin, muss auch ohne Auto erlernt werden. Mittlerweile schätze ich die Bewegung beim radeln, das blöd in die Luft schauen können beim sitzen in der Straßenbahn, mich um keinen Weg und keinen Parkplatz kümmern müssen im Taxi….

Hier der Link zu einem etwa 1 1/2 Jahre alten Artikel im Standard, der die Autofreie Siedlung und die beiden neuen Bike City Projekte beschreibt:

Das Wohnen mit Rad neu erfinden – Autofrei – derStandard.at › Panorama.

und noch ein aktueller Artikel aus der Presse

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Wohin der Staat sein Geld verteilt…. https://schindlers.at/2010/09/18/wohin-der-staat-sein-geld-verteilt/ https://schindlers.at/2010/09/18/wohin-der-staat-sein-geld-verteilt/#comments Sat, 18 Sep 2010 17:08:58 +0000 http://schindlers.at/?p=1813 Weiterlesen →]]> Besser als jede Transparenzdatenbank….
(….. und ohne Neidgefühle als Nebenwirkung)

Die Dokumentation die Kurt Langbein und Florian Kröppel für Kreuz&Quer gestaltet haben.

Wirklich beeindruckend die Beispiele von staatlichen Ausgaben. Immer wird nur von Empfängern sozialer Leistungen gesprochen, und diese oft als Sozialschmarotzer diskreditiert, Einkommen die kaum oder nicht zum Leben ausreichen als Soziale Hängematte stilisiert. Wenn man die Aufwendungen für Arbeitslose, AlleinerzieherInnen,  die sozial Schwachen insgesamt mit anderen – oft auch notwendigen und gesellschaftlich nicht in Frage gestellten – staatlichen Aufwendungen vergleicht, wird sichtbar, wie wenig Geld im Vergleich für die sozial Hilfsbedüftigen zur Verfügung steht.

Die Sendung „Kreuz&Quer – Wohin der Staat sein Geld verteilt“ ist in der TVthek abrufbar.

Nachstehend der Text der Gestalter zum Film:

„Die sozialen Spannungen werden in Österreich immer deutlicher spürbar. „Kreuz & Quer“ nimmt die Debatte um das „Transparenzkonto“ und die Mindestsicherung, die manchen als „soziale Hängematte“ erscheint, zum Anlass nachzusehen, wie viel an staatlichen Leistungen Familien aus unterschiedlichen sozialen Schichten tatsächlich vom Staat bekommen.


Kurt Langbein und Florian Kröppel porträtieren dazu vier Familien und vergleichen, welche staatlichen Mittel sie erhalten – freilich nicht nur Sozialleistungen, sondern alle wesentlichen Leistungen des Staates für Bildung, Wohnen, Kultur und Soziales.


Die Akademikerfamilie, deren Tochter studiert, hat für die Sanierung einer Eigentumswohnung Fördergelder von 150.000 Euro erhalten. Gemeinsam mit den Ausgaben für die Bildung der Töchter hat der Staat für sie in den vergangenen 25 Jahren 327.000 Euro aufgewendet.


Dem gegenüber steht die Familie eines Beziehers von Sozialhilfe, dessen Tochter nur Hauptschulabschluss hat und seit drei Jahren vergeblich nach einer Lehrstelle sucht. Der dreiköpfigen Familie bleiben gerade 70 Euro wöchentlich für den täglichen Bedarf. Mietzinsbeihilfe über zweieinhalb Jahrzehnte, Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und Ausbildungskosten für die Tochter zusammen machen bei dieser Familie mit 174.000 Euro gerade die Hälfte aus. „Wenn man Geld hat, kommt Geld hinzu“, kommentiert Caritas-Präsident Küberl im Film die soziale Asymmetrie und fordert, dass der Staat „den Mut aufbringt, Armut effektiv zu bekämpfen“.


Auch beim zweiten Vergleich sind die Unterschiede beträchtlich: Der niederösterreichische Bauer mit durchschnittlicher Hofgröße kann im Jahr immerhin mit 26.000 Euro staatlichen Zuschüssen rechnen, während die Alleinerzieherin von zwei Kindern, die knapp 1.100 Euro verdient, pro Jahr gerade einmal auf 4.100 Euro an Familienbeihilfe und Mietzinsbeihilfe kommt. Für Sozialhilfe ist ihr Verdienst „zu hoch“, und Unterhaltsvorschuss bekommt sie keinen, weil der Verbleib ihres Exmannes unbekannt ist.“

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